Gleitschirmverein Hof e.V

Der Traum vom Fliegen beherrscht schon seit sehr langer Zeit die Gedanken der Menschen und wer hat nicht selbst schon voller Bewunderung die hoch am Himmel kreisenden Vögel beobachtet und um Ihre Freiheit beneidet.

Wer einmal im Gebirge seinen Urlaub verbracht hat, wird sicherlich die bunten Farbtupfer der Gleitschirme und Drachen als keine Seltenheit bemerkt haben.

Seit seinen Anfängen vor ca. 25 Jahren hat sich der Gleitschirm- und Drachensport beträchtlich weiterentwickelt, sowohl was die Leistungsfähigkeit der Schirme, als auch was die Sicherheit der Piloten betrifft!

Die Zeiten der luftmatratzenförmigen sogenannten "Sinktüten", die dem Flieger meist nur einen Talflug mit 3 m sinken in der Sekunde ermöglichten, gehören längst der Vergangenheit an. Die heute hergestellten Gleitschirme werden allen Ansprüchen gerecht, im Angebot sind "gutmütige", leicht zu handhabende Anfängerschirme bis hin zu schnellen, leistungsfähigen Sportgeräten, die jedoch eine ordentliche Portion Flugerfahrung dem Piloten abverlangen! Durch entscheidende Verbesserungen in Material und Design, ist es nun möglich, nicht mehr nur im Sinkflug das Tal zu erreichen, sondern sich in Thermikschläuchen, in denen warme Luft nach oben steigt, bis am die Wolkenbasis emporzuschrauben.

Der Gleitschirm ermöglicht, von Langstreckenflügen bis hin zu selbstherbeigeführten Extremsituationen, wie dem freien Fall (Full Stall) nahezu alle Flugzustände.

Wer's einmal probiert hat, ist fasziniert!

Vogelperspektive betrachten zu können, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, den Alltag einfach hinter sich zu lassen und vor allen Dingen selbst - nur getragen von einem Stück Stoff - zu fliegen!

Um mit der Fliegerei anzufangen, ist's nie zu spät. Vor ca. 3 Jahren nahm an einer Schulung sogar eine 62jährige Dame teil, welche mittlerweile zu einer immer größer werdenden Schar begeisterter Paraglider gehört.

Was die Meinung und Vorurteile vieler Leute bezüglich des Risikos der Fliegerei angeht, so läßt sich nur sagen: Wer seine Kräfte nicht überschätzt und das Wetter respektiert, wird immer wieder heil runterkommen! Übung macht den Meister und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Außerdem muss jeder Pilot für alle Fälle einen Rettungsfallschirm mitführen und seinen Gleitschirm regelmäßig überprüfen lassen.

Das Problem der Gleitschirm- und Drachenflieger in unserer Gegend bestand bisher darin, dass sie zum Abheben einen Berg benötigten und deshalb bisher immer gezwungen waren, zum Fliegen ins Gebirge zu fahren.

Am 9. Nov. 1994 wurde ein Verein gegründet, der inzwischen auf 22 Mitlgieder angewachsen ist. Wir gehören dem Deutschen Hängegleiter Verband (DHV) an, welcher über 280 Mitgliedsvereine zählt.

Es wurde eine Winde angeschafft, mit der sich nun unsere Paraglider in die Höhe ziehen lassen können. Hierzu benötigte man einen geeigneten Platz. Behilflich und in jeder Hinsicht zuvorkommend auf der Suche nach unserem Fluggelände war die "Agrargenossenschaft Bobenneunkirchen e.G."

Sie stellten unserem Verein ein Weideland zwischen Gassenreuth und Posseck als Flugplatz zur Verfügung.

Seit 1995 fliegen wir auf unserem neuen Fluggelände und immer häufiger sieht man bei Gassenreuth unsere Paraglider und Drachenflieger abheben.

Der Windenschlepp lockt stets eine ganze Reihe Neugieriger und Schaulustiger an. Manch einer von ihnen ist inzwischen vielleicht schon selbst dem Flugfieber verfallen.

Im Prinzip gehts ganz einfach:
Als Winde dient ein Motor mit Automatikgetriebe, der 2 Seiltrommeln mit je 1500 m Seil antreibt.
Die Seile werden zum ca. 1000 - 1500 m entfernten Startplatz ausgezogen, wo sich der Pilot an ein solches "einklinkt".
Startplatz und Winde stehen in ständigem Funkkontakt und kontrollieren alles, was sich auf dem Boden und in der Luft "bewegt".
Wenn der Pilot alles überprüft hat, die Schleppstrecke frei ist und der Wind passt, zieht der Windenführer den Piloten am Seil in die Höhe.
Der Pilot erreicht dabei eine Geschwindigkeit von ca. 25 - 30 km/h und einen Höhengewinn von ca. 3 - 5 m/s.
In der Luft klinkt der Gleitschirmflieger das Seil aus, welches dann vom Windenführer eingezogen wird.

Bei günstigen Thermikbedingungen ist es möglich, auch im "Flachland" in Höhen bis zu 2000 m aufzusteigen und sich von Cumuluswolke zu Cumuluswolke zu hangeln.

Für die, die sich selbst nicht trauen zu fliegen, gibt es noch die Möglichkeit, im Doppelsitzer-Gleitschirm mitzufliegen.

Also, wer Interesse hat an der Fliegerei, der kann gerne vorbeischauen, wenn in Gassenreuth wieder Flugbetrieb herrscht.

Aber auch "Gucker" sind herzlich willkommen, schließlich ist es ja wirklich schön anzuschauen.

Infos über Flugtermine gibt es unter der Adresse www.gleitschirmverein-hof.de